Faces of Egypt – Teil 1


Bedauerlicherweise ist es in Ägypten ratsam, die Fahrt per Reisebüro zu organisieren. Alle paar Kilometer trifft man auf Straßensperren von Polizei und Militär und die passiert man in der Reisegruppe am schnellsten. Leider kommt man dadurch nur unzureichend mit der einheimischen Bevölkerung in Kontakt. Der Zeitplan für die zahlreichen Sehenswürdigkeiten entlang des Nils ist zudem ziemlich straff. Trotzdem möchte ich hier einen fotografischen Blick auf die Bewohner des Landes werfen.

 

Jungs

Die einzigen, die explizit Wert darauf legen, fotografiert zu werden, sind Jungs zwischen acht und sechszehn. Sie zeigen auf die Kamera und nehmen gleich darauf Pose ein. Eine möglichst coole Pose.

Zuerst ganz lässig schräg stellen, dann ein exzellentes und selbstsicheres Foto-Lächeln aufsetzen. Je nach Stadium der Pubertät wird dabei die Hand zum Victory-Zeichen oder zum „Thumps up“ geformt, bei besonders weit Fortgeschrittenen fast man sich auch mal ans Glied.

Der junge Lehrling rechts nebenan hatte sich gelangweilt, als er seinem Meister bei der Arbeit zusah. Wir sind bei einer Autowerkstatt in einer Hauptstraße von Assuan. Während der Meister vor sich hinschraubte, haben wir schnell ein paar richtig coole Fotos vor den ausgestellten Rädern gemacht.

 

 

Frauen

Die beiden jungen Frauen in einer Seitenstraße von Edfu winken nicht nur gut gelaunt, sie stellen ihre positive Grundhaltung auch mit ihrer Kleidung zur Schau. Die Farbe Rot steht in Arabien für das Leben. Vielleicht nicht so sehr für Leidenschaft, wie in Europa. Aber die Dame mit der auffällig roten Niqab hat deutlich schneller gewunken.

Überhaupt gibt es große Unterschiede in der Auslegung der islamischen Kleidervorschriften. Während die oben angesprochenen Damen im sittlichen Straßen-Outfit durch ein Provinzstädtchen laufen, baden die Bäuerinnen mit ihren Kindern im Nil und tragen dabei farbenfrohe Kopftücher (siehe unten).

Auch bei den nubischen Frauen ist man weniger streng. Das Mädchen im türkisfarbenen Micky Maus – Shirt trägt nur ein Kopftuch und kann deshalb meiner Kamera ein süßes Lächeln schenken. Und weil die ägyptische Gegenwart auch von einem 10-prozentigem christlich-koptischen Anteil geprägt wird, sieht man durchaus auch Frauen in europäischen Klamotten und gänzlich ohne Kopftuch in den Straßen von Assuan. Wer die Silhouette einer ägyptischen Stadt betrachtet, wird bei zwei Minaretten oft auch einen Kirchturm mit zählen.

 

Im zweiten Teil schauen wir uns noch den gemütlichen älteren Ägypter an und eine ganz spezielle Berufsgruppe, die wie keine andere für den Flair des Orients steht. Bis dahin….

 

 


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